
KERZENWACHS · GRUNDLAGEN
Das „beste“ Kerzenwachs gibt es nicht. Entscheidend ist, ob Sie eine Behälterkerze, eine Formkerze, Wax Melts oder eine Schüttkerze herstellen und welche Eigenschaften das fertige Produkt haben soll.
1. Zuerst die Kerzenart festlegen
Behälterkerzen
Wachse für Gläser und Dosen sind auf Haftung am Gefäß, Duftaufnahme und eine möglichst gleichmäßige Oberfläche abgestimmt. Sie sind häufig weicher und sollten nicht automatisch für freistehende Kerzen verwendet werden.
Form- und Stumpenkerzen
Für Silikon- oder Metallformen benötigen Sie ein formstabiles Wachs, das sich nach dem Abkühlen sauber entformen lässt. Spezielle Pillar-Wachse schrumpfen kontrollierter und bleiben bei Raumtemperatur stabil.
Wax Melts und Dufttafeln
Hier zählen eine gute Duftabgabe, eine ausreichend feste Oberfläche und sauberes Lösen aus der Form. Je nach Rezeptur können pflanzliche Mischungen oder speziell entwickelte Melt-Blends sinnvoll sein.
2. Die Wachsbasis vergleichen
Beliebt für Behälterkerzen und pflanzlich basierte Konzepte. Die konkrete Sorte kann sich bei Oberfläche, Haftung und Duftleistung deutlich unterscheiden.
Werden einzeln oder als Mischung eingesetzt. Sie können eine cremige Optik und gute Duftabgabe unterstützen, benötigen aber immer passende Docht- und Temperaturtests.
Bieten eine reproduzierbare Verarbeitung und sind in vielen Härtegraden erhältlich. Professionelle Blends kombinieren häufig mehrere Rohstoffe für definierte Eigenschaften.
Besitzt einen charakteristischen Eigengeruch und ein spezielles Brennverhalten. Duft, Farbe und Docht müssen auf die jeweilige Qualität abgestimmt werden.
3. Technische Angaben lesen
Achten Sie auf den empfohlenen Einsatzbereich, Schmelz- und Verarbeitungstemperaturen, mögliche Duftzugabe sowie Hinweise zum Abkühlen. Angaben aus verschiedenen Wachsen lassen sich nicht einfach übertragen.
4. Klein testen, dann skalieren
- Eine kleine Referenzcharge ohne Farbe herstellen.
- Duftöl exakt wiegen und Temperatur dokumentieren.
- Mindestens zwei bis drei passende Dochtgrößen vergleichen.
- Kerzen vollständig aushärten lassen.
- Mehrere vollständige Brennzyklen durchführen und dokumentieren.
Erst wenn Oberfläche, Duftabgabe, Schmelzpool und Gefäßtemperatur überzeugen, sollte die Rezeptur in größere Mengen übertragen werden.
